Aktuelles Heft Archiv Seminare Abo Leserbrief Links Redaktion Mediadaten Impressum


Abo

Jetzt abonnieren! Schnupperabo Einzelheft DPV Sonderabo

Die Wasserkocher


von Burkhard Schröder
Möchten Sie noch mehr lesen? Jetzt abonnieren

Der Verein Netzwerk Recherche wurde jüngst in den Medien mit unverhohlener Schadenfreude durchgehechelt, weil einer der großen Vorsitzenden seinen Sitz partout nicht räumen wollte. Ihm selbst war das nicht peinlich, allen anderen schon.


Mathew D. Rose, der den Berliner Bankenskandal fast im Alleingang aufdeckte, prägte den Lehrsatz, dass sich alle Probleme investigativer Recherche lösen ließen, wenn man nur zwei Fragen korrekt beantwortete: Wo kommt die „Kohle“ her? Wo geht sie hin?

Was ist also das Problem beim Netzwerk Recherche? Genau das.

Falsch verstandene Kameraderie oder Korpsgeist gibt es auch in anderen Berufen; Journalisten jedoch wollen aufklären, Transparenz schaffen, Unrecht aufdecken. Dieser hehre Anspruch sollte vor allem auch für sie selbst gelten. Da liegt es jedoch im Argen. Der vereinsmeierische deutsche Journalismus ist – gelinde gesagt – ein Trauerspiel.

Gegenseitiges Hauen und Stechen der rund zwei Dutzend(!) konkurrierenden Organisationen ist die Regel. Nepotismus, Geldverschwendung, mindere Formen von Hochstapelei – das alles ist nicht neu, sondern die Regel und wird durch die unausrottbare Berufskrankheit der Journaille – die Eitelkeit – nur noch verschlimmert. Netzwerk Recherche steht hier also nur als ein pädagogisch wertvolles Beispiel.

Möchten Sie noch mehr lesen? Jetzt abonnieren

Heft Nr. 3-2011
Titelthema:
9/11 // Zehn Jahre danach

Titelfoto: ARD-Foto/Marco Grob